Am 04.6.2002 wurde in der Dietersberger Scheune in Schönsee zum zweiten Mal der Glasstraßenpreis vergeben. Der Preis prämiert die beste Verbindung von Tourismus und Glaskultur und wird an Personen oder Institutionen vergeben, die die Kriterien "Vorbildcharakter", "Überregionale Bedeutung" und "Wert für das Innenmarketing der Region" besonders erfüllen. Die diesjährigen Preisträger sind der Glaskünstler Theo Sellner aus Lohberg im Landkreis Cham und die Stadt Regen.

Theo Sellner wurde der Preis verliehen, weil er insbesondere auch Ideengeber und Ausführender von außergewöhnlichen und medienwirksamen Aktionen ist. Dadurch trägt er maßgeblich zur Steigerung des Bekanntheitsgrades der Glasstraße bei. Mit "Glas-Events" auf hohem Niveau, aber auch mit Spaß und Geselligkeit, soll ein großes Publikum an den Werkstoff Glas, an Kunstprojekte und an Glaskunst herangeführt werden.

Die Stadt Regen hat durch die Installation des Gläsernen Waldes ein Bild geschaffen, das mehr als tausend Worte Werbung und Aufmerksamkeit für das Thema "Glas" auf sich zieht. Auf exponierter Lage am Fuß der Burgruine Weißenstein, direkt auf der Quarzader "Großer Pfahl" wächst nach dem Konzept von Rudolf Schmid auf 2000 Quadratmeter ein glitzernder, funkelnder und transparenter Wald. In der Endphase wird das Gesamtkunstwerk aus Landschaf und Glas aus rund 80 Bäumen aus acht Millimeter dickem grün-, braun- oder blauschimmernden Glas, in unterschiedlichster Gestalt und mit einer Höhe von bis zu 8 Metern bestehen.

Der Glasstraßenpreis ist insgesamt dotiert mit einem Preisgeld von Euro 5000,-
und wurde vom Bayerischen Sparkassenverband gestiftet.

 

 

Laudatio aus der Broschüre „Glasstraßenpreis 2002“
Die Stadt Regen hat in den letzten Jahren die Glasstraße als Medium und Plattform der Tourismusförderung konsequent genutzt und mit eigenen Beiträgen bereichert. Hier wurde nach Möglichkeiten gesucht, sich mit einem gläsernen Thema zu profilieren, und das, obwohl die Glastradition eher in den Nachbarorten Zwiesel und Frauenau beheimatet ist. Aber man wollte teilhaben am Imagefaktor Glasstraße und hat dazu eigene Ideen entwickelt. Im Jahr 2000 gelang der große Wurf mit der Eröffnung des Gläsernen Waldes im Stadtteil Weißenstein. Hier, in sehr exponierter Lage am Fuß der Burgruine, direkt auf der Quarzader "Großer Pfahl" wächst nach dem Konzept von Rudolf Schmid, bekannt als Gründer der Gläsernen Scheune, auf 2000 Quadratmeter ein glitzernder, funkelnder, transparenter Wald. Der Gläserne Wald wird als Gesamtkunstwerk aus Landschaft und Glas in der Endphase aus rund 80 Bäumen aus acht Millimeter dickem grün-, braun- oder blauschimmernden Glas, in unterschiedlicher Gestalt und mit einer Höhe von bis zu 8 Metern bestehen.

Mittlerweile strahlen bereits 25 Glasbäume auf der kleinen Anhöhe. Die Themen Glas und Wald werden hier in ihrer ursprünglichen Bedeutung mit erstaunlich einfachen Mitteln, wirkungsvoll und interessant umgesetzt. Das künstlerische Konzept setzt auf die Transparenz des Materials und vereint Glas und Wald zu einem Landschaftskunstwerk. Die traditionellen Wirtschaftszweige der Region, Wald und Glas, tragen hier vereint als Installation zur Attraktivitätssteigerung des modernen Wirtschaftssektors "Tourismus" bei. Ein Blick durch die gläsernen Scheiben der Bäume stellt die Landschaft in ein anderes Licht. Sie wirkt edel und zerbrechlich, gleichsam ein Schatz, den es zu schützen gilt. Hier schwingt dem Besucher ein Dreiklang aus Glas, Wald und Glasregion harmonisch entgegen. Das Konzept von Verkehrsamtsleiter Karl Ernst Rödl, eine weitere Attraktion für die Glasstraße zu schaffen, ist aufgegangen. Der Gläserne Wald hat sich in kurzer Zeit zum Besuchermagnet und Ausflugsziel entwickelt. Kaum ein Tag, an dem keine Reisegruppe vor den fragilen Bäumen steht. Bei jedem Wetter wandeln Besucher zwischen den gläsernen Bäumen und genießen den Charme dieses Ortes. Vom ersten Tag an war der Gläserne Wald ein beliebtes Thema in den Medien. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehsender und natürlich die Presse haben in den letzten beiden Jahren über diese Sehenswürdigkeit berichtet und so zum hohen Bekanntheitsgrad beigetragen, der auf die gesamte Glasstraße wirkt. Innovativ zeigt man sich auch in Sachen Imagewerbung. Eine professionell gestaltete Internet-Seite informiert unter www.glaeserner-wald.de, über die Zielsetzung und den Werdegang dieses Kunstwerkes, verlinkt aber auch direkt auf das touristische Angebot der Stadt Regen und auf die Glasstraße. Die Stadt Regen hat eine besondere Affinität zum Thema Glas und Glasstraße erarbeitet und ihr Engagement nicht mit der Errichtung des Gläsernen Waldes auf sich beruhen lassen. Im Gegenteil. Regen hat sich zur etwas anderen "Glasstadt" entwickelt. Bei vielen Gelegenheiten wird darauf verwiesen, und dem Glas und der Glasstraße eine eigene Plattform geboten:

Ein ortsansässiger Konditor hat die Pralinenspezialität "Glasmachertropfen" kreiert, die sowohl im Karton mit Glasstraßen-Logo als auch in einer attraktiven Glaskugel verpackt, erhältlich ist. Allein im letzten Jahr wurden drei Glas-Kunst-Ausstellungen organisiert, um mehr Bewusstsein für das Thema Glas zu schaffen und um Glashandwerkern ein Forum zu bieten. Dies waren die Ausstellung im Einkaufspark, wo hochwertige Exponate von 33 Glashandwerkern und Künstlern aus der Region einem breiten Publikum vorgestellt wurden. Dazu kam die Ausstellung von "Malen mit Glas" im Rahmen der 2. Europäischen GlasMusikFestspiele im Fressenden Haus in Weißenstein, beim Gläsernen Wald.
Den Abschluss bildete die Präsentation der "Teilnehmer-Büchsl" des Wettbewerbes "Gletscherprise Glaskunstpreis" im Niederbayerischen Landwirtschaftsmuseum. Den Höhepunkt der werbewirksamen Aktionen rund ums Glas und die Glasstraße bildete ohne Zweifel die Einbeziehung des Themas in das Pichelsteiner Fest 2001. Auch dieser Beitrag, für den das "Pichelsteiner Komitee" verantwortlich zeichnet, wurde wie der "Gläserne Wald" in einer sehr aufwendig und ansprechend gestalteten Dokumentation für den Glasstraßenpreis eingereicht. Dieses Engagement verdeutlicht nochmals das Zusammenspiel und das Bemühen der Stadtverantwortlichen mit weiteren Partnern, um das Thema Glas, Gläserner Wald und Glasstraße in der Region und darüber hinaus bekannt zu machen. Deshalb sei gleich an dieser Stelle, und nicht erst in der alphabetischen Abfolge der übrigen Beiträge, auf den "Pichelsteiner-Beitrag" verwiesen, denn er ist im Gesamtzusammenhang mit dem Engagement der Stadt für die Glasstraße zu sehen.

Das Pichelsteinerfest ist eine Besonderheit der Stadt Regen und weit über ihre Grenzen hinaus bekannt. Mit großem ehrenamtlichen Engagement - etwa 3.000 Arbeitsstunden - werden jährlich eine romantische Gondelfahrt und ein großer Festzug durchgeführt. Im Jahr 2001 drehte sich dabei alles um das Thema Glas. Auf aufwendig geschmückten Festwägen, zum Beispiel mit funktionierender Glasschleifmaschine, wurden u.a. die Themen Gläserner Wald, Präzisionsoptik, das gläserne Dorf, die GlasMusikFestspiele und natürlich die Glasstraße für rund 20.000 Besucher am Straßenrand dargestellt. Bei der Gondelfahrt glitzerte und funkelte es dem Motto entsprechend mit Spiegeln und Lichteffekten, sehr zur Freude der Zuschauer. Das glitzernde und funkelnde Material wurde dem staunenden Publikum im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen geführt. Auch hier war die
Intention, das Thema Glas nach innen zu festigen, die Vielfalt und Chancen im Glasbereich zu zeigen und neues, begeisterungsfähiges Publikum zu gewinnen,
deutlich erkennbar .

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